Königstein, 24.08.11+++Nach einer Unterzuckerung ist die Gefahr für eine erneute Unterzuckerung deutlich erhöht, betonte Prof. Dr. med. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen. Jede Unterzuckerung verschlechtert nämlich die natürlichen Gegenregulationsmechanismen für folgende Hypoglykämien. Bei Gesunden können z. B. drei Hypoglykämien in Folge die Schwelle für eine neue Unterzuckerung senken.

Für Typ 2-Diabetiker lernt er daraus: „Nur“ den HbA1C-senken sei nicht genug und sogar (sehr) gefährlich! Nimmt der Patient unter intensivierter Therapie beispielweise an Gewicht zu, kann damit der Nutzen der antidiabetischen Behandlung schon in Frage gestellt worden sein. Daher sind nach Jacob's Meinung immer wiederkehrende Unterzuckerungen folgenschwerer als bisher angenommen! Schlimm ist: Oft bemerkt der Patient die Unterzuckerung selbst nicht, obwohl er das glaubt.++++

Unterzuckerungen sind für Typ 2-Diabetiker wissenschaftlich erwiesen auch ein Risikofaktor für Herzinfarkt, insbesondere wenn 4 Wochen vorher eine schwere Hypoglykämie stattgefunden hat.

Zudem zeigen Patienten in Bezug auf die Anzahl der erlittenen, schweren Unterzuckerungen eine deutlich höhere Rate an Demenz, so Jacob weiter.

Seine Zusammenfassung:

HbA1c-Therapieziel unter 6.5% bestätigt und frühzeitig anstreben!

Weniger Hypoglykämien bei verbessertem HbA1C ist Therapieziel!

Nahe-normoglykämische Stoffwechselwerte vermindern das kardiovaskuläre Risiko bei einer hohen Anzahl von Patienten und begründen deshalb den Einsatz von Insulin glargin mit geringerer Gefahr für Unterzuckerungen!

Weiter
Top