Bildquelle: namo/Herbert Rebscher, Prof. Gerd Glaeske, Dr. Jürgen Peter.

Berlin, 10.11.11+++Versorgungsforschung: still leidendes Waisenkind in Deutschland. Niemand kennt es. Doch es wäre schon gut, es zu verstehen. Denn eigentlich weiß man doch, dass man nur dann etwas (Schmerz) richtig behandeln kann, wenn man das zugehörige Leid (deutscher Patienten) auch kennt.

Schmerzexperte Grünenthal, die DAK und AOK Niedersachsen, sichten anhand von Krankenkassen-Daten – insgesamt mit über sieben Millionen Datensätzen von Versicherten – mögliches Verbesserungspotential der Strukturen. Gut, dass ein Pharmaunternehmen dafür Verantwortung übernimmt – denn das sollte Aufgabe der Bundesregierung sein!

Kai Martens, Geschäftsleiter der Grünenthal GmbH in Deutschland: „Forschung muss in Deutschland patientenzentrierter werden und wir müssen den Versorgungsalltag von Schmerzpatienten besser kennen.“

Selbstversorgung mit Selbstmedikation findet DAK-Chef Herbert Rebscher nicht gut: Denn in der Apotheke rauschen viel zu viele Packungen über den Tresen – ohne dass der Patient einen Arzt sieht – 153,2 Millionen Packungen Schmerzmittel werden so jedes Jahr abgeholt. Nur 30,8 Millionen Packungen rezeptpflichtig.

Analysen - wie der Versorgungsatlas Schmerz sie umsetzt -  können uns helfen, darauf zugeschnittene Kooperationen und Verträge abzuschließen, meint Rebscher. „Notwendige und adäquate Therapien bereitstellen ist unsere Aufgabe“, so Rebscher.

In Deutschland leiden etwa 13 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen – nur 20% erhalten die passende Therapie. Eine multimodale Schmerztherapie – die aus mehreren Ansätzen besteht wie z. B. Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie – bewertet Prof. Gerd Glaeske, wissenschaftlicher Begleiter des Projekts vom Zentrum für Sozialpolitik in Bremen, als effektive Maßnahme. Diese erhalten in Deutschland je nach Schmerztyp nur maximal 3% der Versicherten. Doch genau sie bietet Einsparpotential: Denn je stärker der Hinweis auf Schmerz-Chronifizierung ist, desto höher sind auch die direkten Versorgungskosten.

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