Mainz, 20.06.11+++Die Augenklinik der Uni Mainz bietet eine neuartige Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) an. Bei der epimakulären Brachytherapie wird die Makula – Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut – von innen bestrahlt. So wird die Wucherung krankhafter Blutgefäße dauerhaft verhindert.
AMD ist in den Industrieländern Hauptursache für Erblindung der über 65-Jährigen. Bei der „feuchten“ AMD wachsen innerhalb der Makula schnell krankhafte Blutgefäße von der Aderhaut in die Mitte der Netzhaut hinein. Die neu gebildeten Blutgefäße sind minderwertig und führen immer wieder zu Blutungen, wodurch die Makula unwiederbringlich zerstört wird.
Als Standardtherapie hat sich die Injektion von VEGF-Hemmern in den Glaskörperraum des Auges etabliert. „Beim derzeitigen Behandlungsschema von durchschnittlich 5 bis 6 Injektionen pro Jahr reagieren etwa 50% der Patienten nicht oder nicht ausreichend auf die Behandlung mit VEGF-Hemmern“, sagt PD Dr. Bernhard Stoffelns, Augenklinik Mainz.
„Für diese Patienten und solche, die an speziellen Subtypen der feuchten AMD leiden und deshalb nicht auf die Standard-Injektionstherapie ansprechen, ist die epimakuläre Brachytherapie eine aussichtsreiche Alternative.“ Hierbei wird die geschädigte Makula lokal und von innen, aus dem Glaskörperraum heraus, bestrahlt. Augenärzte und Strahlentherapeuten führen den 30-40 minütigen Eingriff gemeinsam durch.
„Der Vorteil der epimakulären Brachytherapie liegt für den AMD-Patienten zum einen in der dauerhaften Stabilisierung oder Verbesserung seines Sehvermögens, wobei gleichzeitig die häufigen, für den Patienten belastenden Injektionen mit VEGF-Hemmern deutlich reduziert oder vermieden werden können“, so PD Dr. Stoffelns.
In Mainz wird der Eingriff während eines stationären Aufenthaltes von 3 bis 5 Tagen durchgeführt. Die Kostenübernahme für die epimakuläre Brachytherapie muss bei der Krankenkasse beantragt werden.
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